Reinigungs- und Pflegetipps: so halten Sie Ihr Rad in Schuss!

Do-It-Yourself, nicht nur in Zeiten von Corona. Wir erlären Ihnen, wie Sie regelmäßig notwendige Einstellungen und Checks an Schaltung und Bremsen auch selbst durchführen können.

Prüfen Sie alle vier Wochen den Zustand der Kette. Bei Regenwetter, Offroad Einsatz etc. auch häufiger. Ist die Kette trocken oder verschmutzt? Hakt oder knirscht die Schaltung? Quietscht die Kette?
 

Reinigen

Die Kassette kann man mit einer größeren Bürste (z.B. Spülbürste) reinigen. Verschmutzen Sie dabei nicht die Bremsscheibe!
Reinigen Sie die Kette mit heißem Wasser und Spüli, nehmen Sie Lappen oder Zahnbürste dazu. Bei einer stark verschmutzten Kette hilft auch ein Reinigungsöl (z.B. Brunox, WD- 40, Ballistol). Sprühen Sie das Öl nicht direkt auf die Kette, sondern benutzen Sie einen Lappen!
Vergessen Sie nicht die Schaltröllchen hinten im Schaltwerk! Starke Verschmutzung kann man mit einem Schraubendreher herauskratzen oder mit einer Zahnbürste. Dabei den Antrieb vorsichtig rückwärts drehen!
 

Schmieren

Wenn die Kette nur leicht verschmutzt oder nur trocken ist, reicht  ggf. auch die Pflege mit einem in dünnflüssiges Kettenöl getauchten Lappen. (Z.B. Hanseline Bio MTB Öl). Damit schmieren und reinigen Sie die Kette gleichzeitig:
Geben Sie etwas Kettenöl auf einen Lappen und kurbeln Sie die Kette rückwärts hindurch.
 

Weitere Tipps:
  • Manche Kettensprays versprechen Reinigen und Schmieren in einem Arbeitsgang. Lesen Sie die Hinweise auf der Verpackung oder Dose und decken Sie die Bremsscheiben sowie mögliche lackierte Teile gut ab!
  • Im Winter empfehlen wir das sehr zähflüssige Rohloff Kettenöl. Dieses muss sparsam verwendet werden und ist sehr ergiebig
  • Benutzen Sie niemals Bremsenreiniger für die Kette!

Bei Nabenschaltungen ist neben regelmäßiger Kettenpflege vor allem die Spannung der Kette wichtig. Prüfen Sie alle 2000 Km die Spannung Ihrer Kette bzw. des Riemens.
 

Chainglider Kettenschutz

Manche Räder mit Nabenschaltung sind mit einem Chainglider Kettenschutz ausgestattet. Vorne befindet sich ein kleines Loch, in dass Sie ab und zu etwas Kettenöl (z.B. Oil of Rohloff) einträufeln sollten. Drehen Sie dabei die Kette rückwärts bzw. bei Rücktritt stückchenweise vorwärts. Die Kette darunter sollte regelmäßig gereinigt und vom alten Öl befreit werden.
Hier sehen Sie, wie der Chainglider funktioniert: https://www.youtube.com/watch?v=y4PRKFFt-bg
 

Überprüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch die Kettenspannung! Der Chainglider verdeckt oft, dass die Kette etwas durchhängt. Sie bemerken das Durchhängen durch ein schleifendes Geräusch beim Fahren.
 

Gates Riemenantrieb

Im Falle eines Gates Riemenantriebs ist der Pflegeaufwand wesentlich geringer! Auch hier können Sie die Lebensdauer jedoch positiv beeinflussen.

Die Reinigung erfolgt am besten mit Wasser. Zur Pflege gibt es Silikonhaltige Sprays, die das Material geschmeidig halten und das Anhaften von Schmutz verhindern. Auch gegen ein leichtes Quietschen oder Knarzen aus dem Antrieb empfehlen wir die Reinigung und anschließende Pflege des Riemens. Achtung: Verdrehen Sie den Riemen niemals, auch nicht ohne Belastung, seitwärts!

Wenden Sie sich an unsere Werkstatt, wenn der Riemen schräg läuft, einseitig abgefahren ist oder Risse aufweist, Zähne am Riemen oder den Riemenscheiben fehlen.
Weitere Informationen finden Sie auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=rLHXmX9EUq8
oder hier: https://www.youtube.com/watch?v=F3-pF0SNtMs.

Shimano Nexus oder Alfine

Wie man die Shimano Nexus oder Alfine nachstellt, sehen Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=oJ5cDJKCCcA

Schalten bei einer Nexus oder Alfine 8 Schaltung in den vierten Gang, bei der Alfine 11 ist es der sechste. Am Hinterrad zwischen Kette und Rahmen bzw. Rad finden Sie zwei gelbe Markierungen, diese sollten in der Flucht stehen. Stellen Sie über die Einstellschraube am Schaltgriff nach, falls die Markierungen nicht in der Flucht stehen.

Sollte die Schaltung im Anschluss immer noch nicht richtig funktionieren, kontaktieren Sie unsere Werkstatt! Wir helfen Ihnen gerne weiter.
 

Rohloff oder Enviolo Schaltung

Auch bei einer Rohloff oder Enviolo Schaltung muss diese eventuell eingestellt werden, wenn die Gänge nicht mehr richtig einrasten bzw. der Drehgriff am Lenker deutliches Spiel hat. Lesen Sie die Bedienungsanleitung oder kontaktieren Sie gerne unsere Werkstatt.

Eine Scheibenbremse muss eingebremst werden: Bremsen Sie bei einer Geschwindigkeit von ca. 25 Km/h scharf ab. Wiederholen Sie den Vorgang pro Bremse 20 bis 30 Mal. Vermeiden Sie dabei ein Rutschen der Hinterreifen. Fangen Sie bei der Vorderradbremse vorsichtig an, vermeiden Sie ruckartiges Bremsen. Machen Sie sich mit beiden Bremsen vertraut, indem Sie das Gewicht etwas nach oben verlagern (nicht nach oben!)

Bremsen Sie auch mit beiden Bremsen. Zuerst hinten und kurz danach vorne.

Durch das Einbremsen wird die Bremse heiß. So verdampfen ggf. noch vorhandene Rückstände von der Produktion. Die Flächen der Beläge werden gebrochen und an die Scheibe angepasst. So wird durch das Einbremsen ein späteres Quietschen vermieden.

Nach einem Belag- oder Scheibenwechsel ist ein erneutes Einbremsen nötig.
 

Wie bremse ich richtig?
  • Halten Sie die Scheibenbremsen nicht zu lange und zu leicht gezogen.
  • Bremsen Sie bei absehbaren Halten spät aber stärker.
  • Geben Sie der Bremse bei längeren Abfahrten mit Intervallbremsen etwas Zeit zum Abkühlen. 
Warum quietscht meine Bremse?

Befindet sich ein schmutziger Film auf der Scheibe, handelt es sich vermutlich um Öl. Es könnte von der Straße oder beim Schmieren der Kette darauf gelangt sein. In diesem Fall muss die Scheibe gründlich mit Alkohol gereinigt werden und die Bremsbeläge sollten erneuert werden.
 

ACHTUNG: Wenn die Bremse undicht ist, kann Öl auf die Scheibe gelangen. Wenn Sie auch am Bremssattel auch ölige Verschmutzung feststellen kontaktieren Sie unsere Werkstatt!
 

Wenn es regnet, greift Ihre Scheibenbremse zwar genauso gut wie bei trockenem Wetter - auch wenn sie quietschen sollte.

Manche Belagtypen, z.B. gesinterte Bremsbeläge (wie “Performance” Beläge von Magura) entwickeln beim Bremsen mehr Geräusche als andere Beläge, z.B. organische Beläge (Resin). Dafür bremsen diese aber auch besser!
 

Wenn obige Punkte nicht zutreffen und Ihre Bremse dennoch beim Bremsen stark quietscht und sie einen Verlust der Bremskraft feststellen, sind die Beläge vermutlich verglast. Dies kommt von zu zaghaftem Bremsen. Dadurch werden die Beläge heiß und durch die leicht vorbeigehende Bremsscheibe beinahe poliert. Die Oberfläche sieht aus wie verspiegeltes Glas – daher der Name.

Versuchen Sie zunächst, wie oben beim Einbremsen beschrieben, die Verglasung “wegzubremsen”. Wenn Sie technisch versiert sind, können Sie die Beläge ausbauen und auf einer planen Fläche mit geeignetem Schleifpapier abschleifen oder kontaktieren Sie unsere Werkstatt um die Bremsbeläge wechseln zu lassen.

Der richtige Reifendruck steht auf der Flanke Ihres Reifens.
 

  • Bei Trekkingrädern sind dies üblicherweise 4-6 bar.
  • Je breiter der Reifen, desto niedriger der Druck! (MTB: ca 1,8 - 3,5 bar)
  • Je höher der Druck, desto geringer der Rollwiderstand und desto geringer das Pannenrisiko.
  • Je geringer der Druck, desto größer der Grip.

Wir empfehlen immer den Maximaldruck, mit folgenden Ausnahmen
 

  • Sie fahren MTB (Weniger ist mehr! Aber: bei höherer Zuladung drohen Durchschläge!)
  • Es ist schlüpfrig auf der Straße (0,5 bar weniger)
  • Sie wünschen sich mehr Komfort (0,5 bis 1 bar weniger)

Bei Anhängern empfehlen wir den minimalen Druck.
 

Hier finden Sie eine ausführliche Anleitung zum Thema Reifen aufpumpen: https://www.youtube.com/watch?v=R-i65uxqN8I